Kompositionen

Kundenorientierung

In dieser Rubrik meines Blogs möchte ich Ereignisse und Erlebnisse zur Verfügung stellen, die zum Schmunzeln und/oder auch Nachdenken anregen, manchmal werden es auch Kuriositäten sein.

Starten möchte ich mit einem Erlebnis, das sich Ende November ereignet hat. Ein Herzeigebeispiel für Kundenorientierung der Extraklasse. An einem verregneten und schon kalten Sonntagnachmittag war ich im 2. Wiener Gemeindebezirk auf der Jesuitenwiese und verfolgte ein Fußball-Meisterschaftsspiel. Unter den engagierten Spielerinnen befand sich auch unsere Tochter.

In der Pause wollten mein Mann und ich uns bei Kaffee und Tee etwas aufwärmen und trocknen. Laut Geschäftszeiten, die im Hotel neben dem Fußballplatz an der Tür angebracht waren, stand, dass dieses bis 22.12.2015 geöffnet sei. Leider anscheinend nicht am 22.11. Nachmittag, denn es war zwar beleuchtet, aber die Türen verschlossen. Die angeschlossene Kantine sollte eigentlich laut Öffnungszeiten auch offen haben, hatte sie aber nicht. Schon fast aufgebend, schlug ich vor, ein paar Schritte außerhalb zum angrenzenden Gelände eines Tennishallenplatzes zu gehen und wirklich, dort war eine Gaststätte. Wir traten ein und freuten uns doch noch etwas Wärmendes zu bekommen.
Nachdem wir Platz genommen hatten, studierte ich die Getränkekarte und entdeckte, eine heiße Limonade, genau das Richtige für mich. Der Kellner kam und fragte nach unseren Wünschen. Einen Cappuccino und eine heiße Limonade gaben wir zur Antwort. „Heiße Limonade haben wir nicht“, war die Aussage des Kellners. Daraufhin machte ich in aufmerksam, dass dies in der Getränkekarte stünde. Als ich ihm das auch noch vor Augen führte, indem ich die Karte aufschlug und es im zeigte, war er sichtlich überrascht und verwirrt zugleich. Und dann kam seine Frage, die Frage aller Fragen, die ich hier auch zum Anlass dieses Beitrags genommen habe:

„Was könnte denn das sein?“ Daraufhin antwortete ich: „Ich habe keine Ahnung, was das bei Ihnen sein könnte.“
Ich war sichtlich überrascht, dass jemand mich, die Kundin fragt, was das Produkt ist. Er antwortete, dass er auch keine Ahnung habe, aber er bringt mir halt das, was er glaubt, was es sein könnte. Als Erklärung hat er dann noch von sich gegeben, dass der Chef die Karte anscheinend ausgetauscht hat. Das spricht doch für Qualität und Kundenorientierung. Der Chef ändert etwas und informiert seine Mitarbeitenden nicht darüber, obwohl sie die Information für die Arbeit benötigen. Und dann fragt der Dienstleister die Kundin, was sie hinter dem Produktnamen vermutet um letztendlich etwas zu bringen, von dem er glaubt, dass es das sein könnte, wohlgemerkt nachdem er mich darüber informiert hatte.

Gefreut hätte ich mich über eine heiße Zitronen-Ingwer-Limonade, dessen Rezept ich beifüge, bekommen habe ich heißes Wasser mit einem kleinen Kännchen Zitrone und einem Säckchen Zucker.

Zitronen-Ingwer-Limonade

ruthKundenorientierung

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